04.04.: Gottes unsichtbares Wesen

Losung und Lehrtext für Samstag, 4. April 2020: Warum sollen die Heiden sagen: Wo ist denn ihr Gott? Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will (Psalm 115,2.3)

Gottes unsichtbares Wesen – das ist seine ewige Kraft und Gottheit – wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man es wahrnimmt, ersehen an seinen Werken (Römer 1,20). Eine Andacht von Pfarrer Ulrich Kräuter aus Derschlag.

Meine Familie hat letzte Woche angefangen, unser Hochbeet vorzubereiten: neue Erde oben drauf, ein wenig Kompost unten drunter, harken und schön machen und dann den Samen für Radieschen, Gurken, Bohnen einsäen. Alles wird gut gegossen,  jeden Tag und als Schutz für die manchmal noch frostigen Nächte wird eine Folie darübergelegt und ein Fließ aufgebracht. Und dann heißt es warten. Ungeduldig, bis eines Tages dann ganz klein das erste Grün hervorlugt.

Große Freude, Begeisterung, Fotos werden gemacht und in die Familiengruppe gestellt, die bezeichnender Weise die „Kräutergruppe“ heißt. Ich kann mich kaum erinnern, jemals so sehr den Frühling herbeigesehnt zu haben.

Wir sehnen den  Frühling herbei

Moment, doch, es gab die Zeiten, in denen die Kinder im Kindergarten waren und jede Infektionskrankheit über den Winter mit nach Hause brachten, und wenn uns dann im Februar das dritte Mal ein Magen-Darm-Virus heimgesucht hatte, dann sagte der Kinderarzt den verzweifelten Eltern, dass es Ostern wieder besser würde.

Wir sehnen den Frühling herbei. Wenn die Sonne die Natur wieder aufweckt. Noch sind die meisten Bäume kahl, aber die ersten Knospen sind schon zu sehen. Es braucht noch Geduld, bis alles wieder blüht, aber ich bin mir sicher, dass es auch dieses Jahr wieder so sein wird.

Gottes Wesen wird seit der Schöpfung der Welt, wenn man sie wahrnimmt, an seinen Werken ersehen.

 

Dich entdecken in der Sehnsucht nach Weite

 

Das neue Leben ist verborgen, es bricht sich langsam Bahn. Es lässt sich nicht beschleunigen, egal wie sehr ich an den neuen Pflanzen auch ziehe, sie wachsen dadurch nicht schneller. Aber das Leben ist da, manchmal verborgen und kurz vor dem Erfrieren, aber es ist da. Nicht groß und spektakulär und nicht mit einem Mal und auch nicht sortiert nach meinem Terminkalender. Aber es ist da, ganz sicher.

 

Nur Mut!

Großzügigkeit erfahren

 

Mit beiden Füßen auf dem Boden stehen

Dich als Grund erfahren

der uns trägt

 

Dich in der Schöpfung entdecken

im Genießen der Sonne

im Staunen über die schneebedeckten Gipfel

im Bewundern der Vielfalt

der Blumen und Pflanzen

in der Sehnsucht nach Weite

die das Meer in uns weckt

im Umherstreifen in den Wäldern

im Hineintauchen in deine schöpferische Fantasie

 

Wahrhaftig

Du vollbringst erstaunliche Taten

erhörst uns in Treue

Du Gott unseres Heils

Du schenkst lustvolles Verweilen

in der Schöpfung

innere Heilung und neue Lebenskraft

 

nach Psalm 65,6

Pierre Stutz

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Geborgen. Frei. Offen. Evangelisch in Derschlag. Seit 1891.
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